Von solch einem Lob kann man als Musiker nur träumen: Der großartige Jazz-Percussionist und Sänger Kahil El Zbar rühmt diese Platte als „herzerwärmend“ und „voller Wunder“ und stellt sie in die Tradition eines Cannonball Adderley, Lester Bowie und Malachi Thompson. Herz und Verstand würden eins bei dieser „working band“ . . .
Dabei stammt das Projekt nicht etwa aus dem Jazz-Ur-Land USA, sondern aus einem Bauernhof im oberösterreichischen Sauwald, wo der Posaunist, Veranstalter und Plattenchef Paul Zauner seine Kreativzentrale hat. Mit seinem achtköpfigen Ensemble Blue Brass kehrt er auf „Venus Of Harlem“ zurück zu den tiefschwarzen Wurzeln des Jazz: Hier wird in der Tat Musik gearbeitet, mit einer umwerfenden Unmittelbarkeit und Kraft. Neben der äußerst kompakten, treibenden Band mit dem furiosen Clemens Salesny am Alt- und dem eleganten Peter Massink am Tenorsaxofon ist dafür vor allem Gastsänger Dwight Trible verantwortlich, der mit seinem fülligen, beweglichen Bariton so viel persönlichen, ja fast exhibitionistischen Soul in die Songs legt, dass selbst Oldies wie „Georgia On My Mind“ unerhört frisch klingen. Gospel-Hymnen, Tanzrhythmen - bei Trible wird gewissermaßen alles zum Expressionismus. (...)
(Raimund Meisenberger, Passauer Neue Presse, 15.07.08 im Feuilleton)
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